Dr.-Ing. Hans-Joachim Lenz (1926 - 2022): Architekt, Unternehmer, Visionär, Stifter
zum 100. Geburtstag 2026

Am 23. Juli 2026 wäre der Stifter, Dr.-Ing. Hans-Joachim Lenz, 100 Jahre alt geworden. Dieses Datum nimmt die Stiftung zum Anlass, mit einer Reihe von Aktivitäten sein bedeutendes berufliches Lebenswerk zu er­innern und bekannt zu machen.

Juli 2026 ff.

Veröffentlichungen / Mitteilungen

Nach Vereinbarung

Führungen durch die Ausstellung zum beruflichen Lebenswerk von
Dr.-Ing. Hans-Joachim Lenz

Ganzjährig finden Führungen durch die Ausstellung statt (nur nach vorheriger Anmeldung und Terminabstimmung und nur für Fachpublikum!)

18. Juli 2026

Feierliche Eröffnung einer Dauerausstellung zum beruflichen Lebenswerk von
Dr.-Ing. Hans-Joachim Lenz

Ausstellung mit Wandtafeln Ausstellung mit Wandtafeln Die Ausstellung wurde zur Ehrung des verstorbenen Stifters realisiert und um ihm dauerhaft ein Andenken zu bewahren. Mit 15 Wandtafeln, dauerhaft im Erdgeschoss und im Treppenaufgang des Stiftungsgebäudes ange­bracht, würdigt die Stiftung den beruflichen Werdegang des Architekten Dr.-Ing. Hans-Joachim Lenz. Dargestellt werden wichtige Stationen seines beruflichen Lebens, Projekte im In- und Ausland, Zitate und Auszüge aus Mitarbeiterbriefen, Unternehmensbroschüren und Geschäftsberichten, Unternehmenszahlen, Statistiken, Pressestimmen sowie Kommentare aus der Fachliteratur zum MODELL LENZ.

18. Juli 2026

Feierstunde und Stiftungsfest

Von 10.30 bis 15.30 Uhr fand im Bürohaus der Stiftung, Am Michelsberg 1, ein Stiftungsfest mit Feier­stunde zu Ehren des 2022 verstorbenen Stifters statt. In ihrer Laudatio machte Dr. Gabriela Wolf, Vorstand der Stiftung, die dreißig geladenen Festgäste mit wichtigen Stationen im Leben von Dr. Hans-Joachim Lenz bekannt: Eltern und familiäres Umfeld, frühe Kriegserfahrungen und Kriegsgefangenschaft, Abitur, Studium, erste Berufserfahrungen, Gründung des Architekturbüros (1952), das er gemeinsam mit einem Partner bis 1957 führte, und Entwicklung des Büros vom kleinen 3-Mann-Betrieb Am Michelsberg 1 in der Mainzer Oberstadt bis zur Gründung einer GmbH (1969), die sich in kurzer Zeit zu einem Unternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitern entwickelte.

Wolf hob hervor, dass Lenz schon seit 1958 systematisch begonnen hatte, Ingenieur-Abteilungen in seinem Büro aufzubauen. Ziel war, die Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren zu optimieren. Lenz hatte erkannt, dass Berufsbild und Standesdenken eines Architekten, der sich in erster Linie als Künstler verstand, einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren in einem gemeinsamen Büro im Wege standen. Indem er sich über Standesgrenzen hinwegsetzte, schuf er die Grundlage, um gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Großprojekte in allen Bau-Bereichen im In- und Ausland realisieren zu können, von der Planung bis zur Bau-Ausführung (Lenz: „Das fertige Werk aus einer Hand“). Der erste Auslandseinsatz begann 1962 in Marokko. Die marokkanische Regierung hatte sein Büro eingeladen, am Wiederaufbau von Agadir mitzuarbeiten. In der von einem Erdbeben vollständig zerstörten Stadt übernahmen LENZ ARCHITEKTEN + INGENIEURE ca. 6 Jahre lang wichtige Planungs- und Bauleitungsaufgaben. Es folgten Projekte in 17 Ländern auf allen Erdteilen.

Von besonderer Bedeutung war auch das bis dahin in Deutschland einzigartige soziale Unternehmens­modell (MODELL LENZ), das Lenz entwickelt hatte, um Mitarbeiter am Kapital und an der gemeinsamen Leitung des 1969 neu gegründeten Unternehmens LENZ PLANEN + BERATEN GMBH zu beteiligen. Diese neuartige Firmenstruktur fand seinerzeit weite Beachtung und Würdigung in Wirtschaftskreisen, in den Medien und in der Fachliteratur.

Lenz promovierte 1979 an der TH Kaiserslautern mit einer Dissertation zur Planungstheorie. Er war Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Berufsorganisationen, hatte Lehraufträge an der TH Kaiserslautern und mehreren Fachhochschulen und war durch Vorträge und Publikationen an zukunfts­weisenden Baumethoden und neuen beruflichen Strukturen beteiligt.

Im Alter wandte sich Lenz zunehmend geistigen Themen zu. Von 1988 bis 2006 leitete er ein Bildungs­zentrum, das sich mit kulturellen, weltanschaulichen und therapeutischen Themen befasste. Er vermittelte Weltsichten des Buddhismus, Christentums, Judentums und der Gnosis und ist Autor zahlreicher Bücher kosmologischen Inhalts. Zwischen 2004 und 2012 entstanden weitere Publikationen, in welchen er seine Erkenntnisse aus der Quantenphysik für die Skizzierung eines geheilten Menschenbildes zu nutzen versuchte.

Mit Gründung der nach ihm benannten Stiftung zur Erneuerung geistiger Werte auf den Gebieten Bildung, Erziehung und Sprache trat Lenz im Jahr 2002 im Alter von 76 Jahren in eine weitere, neue Lebensphase ein. Als Grundstock-Vermögen brachte er sein Elternhaus mit Grundstück, Am Michelsberg 1, in die Stiftung ein. Fast 20 Jahre lang verantwortete er als Vorstand die Arbeit der Stiftung. Er war Ideengeber für mehrere erfolgreiche Förderprojekte, wie z.B. das schulische Sprachprojekt Das vergessene Wort und die stiftungseigenen Veranstaltungsreihen KulturForumWissen und KulturForumWort. Unter seiner Leitung entstanden in der Editionsreihe der Stiftung 55 Publikationen (Dokumentationen bezuschusster Förder­projekte). 4 Wochen nach Erscheinen des 55. Editionsbandes verließen ihn die Kräfte. Mit 95 Jahren trat Hans-Joachim Lenz am 24. Februar 2022 seinen Heimgang an.

Ihre Rede schloss Wolf mit den Worten: „Kuratorium, Vorstand, stellv. Vorstand und die Freunde und Förderer der Stiftung sind dankbar für die gemeinsame Arbeit und die gemeinsamen Stunden, die wir mit Hans-Joachim Lenz verbringen durften. Gemeinsam würdigen wir das lebenslange Schaffen und Wirken eines wahrhaft großen Menschen: Dr.-Ing. Hans-Joachim Lenz – Architekt, Unternehmer, Visionär, Stifter.“

Im Anschluss an die Laudatio des Vorstands brachten 23 Gäste in eigenen Redebeiträgen ihre Erinnerungen, Ehrungen und Dank zum Ausdruck. Danach war Gelegenheit zu einem Rundgang durch die Ausstellung gegeben. Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Umtrunk im Garten der Stiftung.